Jugendhilfe
Die Bischöfliche Marienschule führt in Zusammenarbeit mit den Jugendhilfeträgern In Via, Kaspar-X und dem Zentrum für Kinder-, Jugend- und Elternhilfe Maria im Tann folgende Projekte durch:
- Motivia
- Kaspar-Xchange
- Amotima
Die Beschulung erfolgt somit in den jeweiligen Einrichtungen der Jugendhilfe. Multiprofessionelle Teams, bestehend aus Sozialpädagogen/Innen, Sonderschullehrer/Innen sowie Handwerksmeister/Innen, bieten vielfältige Fördermöglichkeiten an.
Einen hohen Stellenwert haben die Teamarbeit und der Austausch mit dem Jugendamt (Hilfeplangespräch, Entwicklungsbericht, Krisenintervention), damit Entwicklungsmöglichkeiten erkannt und umgesetzt werden.
Amotima
In Kooperation mit dem Zentrum für Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Maria im Tann werden im Projekt AMOTIMA 6 -12 Schülerinnen und
Schüler, die sich im 10. Schulbesuchsjahr befinden, in der Kombination von Werkstattarbeit und schulischer Unterrichtung gefördert.
Die Schülerinnen und Schüler kommen zum einen aus den Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen und dem Förderschwerpunkt
emotionale und soziale Entwicklung.
Zum anderen besteht in besonderen Fällen die Möglichkeit der Aufnahme von Schülern aus der Regelschule.
Die Werkstattarbeit für die Schülerinnen findet unter Anleitung einer Meisterin in einer Floristikwerkstatt statt, während die
Schüler von Handwerksmeistern in den Bereichen Holz und Metall geschult werden.
Über ihr Interesse an handwerklicher Arbeit, was grundlegende Voraussetzung für die Teilnahme im Projekt ist, und die Berücksichtigung
ihrer diesbezüglichen Ressourcen werden die Schüler motiviert, sich auf das Berufsleben vorzubereiten und sich auch (wieder) auf
schulisches Lernen einzulassen. Neben den kognitiven und handwerklichen Lernprozessen steht auch das soziale Lernen im Mittelpunkt.
In einem festgelegten Wechsel von theoretischem Unterricht in den Schulräumen und praktisch/ theoretischem Lernen in den Werkstätten
werden Grundqualifikationen trainiert und auf den jeweils angestrebten Schulabschluss hingearbeitet.
Motivia
In Kooperation von In Via Aachen – Verband kath. Mädchensozialarbeit e.V. und Bischöflicher Marienschule werden 12-13 schulmüde
Jugendliche im Projekt MOTIVIA in einer sozialpädagogischen Tagesgruppe betreut, gefördert und beschult.
Konzeptionell wendet sich Motivia an Schüler, die die Schule seit einem längeren Zeitraum nicht mehr besucht haben und/oder sich
ihren Angeboten gegenüber lang andauernd verweigern.
Voraussetzung für eine Teilnahme am Projekt ist der Antrag der Erziehungsberechtigten auf Hilfe zur Erziehung beim Jugendamt.
Nach Antrag werden im darauf folgenden Hilfeplangespräch beim Jugendamt gemeinsam mit dem Jugendlichen seine persönlichen Förderziele erarbeitet.
Über die psychische Stabilisierung des Jugendlichen, den Aufbau von Selbstwertgefühl und die Steigerung sozialer und emotionaler
Kompetenzen sowie der Förderung von Strategien zur Alltagsbewältigung soll der Jugendliche in die Schul- und Arbeitswelt eingegliedert werden.
Der Unterricht in kleinen Lerngruppen ermöglicht das schulische Weiterkommen bis zum möglichen Abschluss. Regelmäßige Berufspraktika
und Werkwochen trainieren in enger sozialpädagogischer und sonderpädagogischer Begleitung die Ausbildung beruflicher
Grundqualifikationen und bereiten auf den Übergang ins Berufsleben vor.
Einzelbeschulung / Schulhinführende und Arbeitswelt orientierte Maßnahmen
Die Einzelbeschulung findet in Kooperation der individualpädagogischen Jugendhilfeeinrichtung Kaspar-Xchange und
Bischöflicher Marienschule in den Räumlichkeiten von Kaspar-Xchange statt.
Sie ist eine Maßnahme für beziehungs- und gruppenunfähige Kinder und Jugendliche.
Der Entscheidungsprozess über die Teilnahme an diesem Projekt findet im Austausch von Jugendamt, Schüler, Erziehungsberechtigten
und Schule/Schulamt statt. Die Entscheidung hierüber trifft das Jugendamt.
Die extremen sozialen Anpassungsschwierigkeiten des Schülers werden zunächst in einem Einzelkontakt von Erwachsenem und Schüler
wahrgenommen und Möglichkeiten eines alternativen Verhaltens aufgezeigt und erprobt. Im Einzelunterricht begegnet man den massiven
sozialen Anpassungsschwierigkeiten mit ihren unterschiedlichen Ursachen. Die Anwesendheitsdauer orientiert sich an den psychischen
Voraussetzungen der Schüler, sie kommen zunächst für 2 Stunden am Tag. Der Anwesenheitsumfang wird je nach Entwicklungsfortschritt
und Zielorientierung schrittweise erhöht.
Ziel des Projektes ist die kleinschrittige und individuell begleitete Rückführung des jeweiligen Schülers in Regelbezüge.
Die Inhalte der Arbeit und ihre Methoden sind zunächst stark an ihren Interessen und Bedürfnissen orientiert. Über diesen Ansatz
können sie ihre eigenen Stärken und Fähigkeiten kennen lernen, ihre Schwächen im geschützten Rahmen wahrnehmen lernen und sich
nicht mehr ausschließlich misserfolgsbehaftet und daher bloßgestellt erleben.
Um in diesem Prozess die enge fachliche Begleitung gewährleisten zu können, arbeitet ein Mitarbeiter/Sozialpädagoge der
Jugendhilfeeinrichtung anteilsmäßig sowohl im Projekt der Schulhinführung als auch in der Stammschule.
Schule in der Ferne
Ein weiteres Kennzeichen in der Zusammenarbeit mit Kaspar-Xchange ist die Möglichkeit, Kinder und Jugendliche fern von den bisherigen
sozialen Bezügen schulhinführend fördern zu können. Dies gilt für regionale, nationale und internationale Fördermaßnahmen.
Kaspar-Xchange fördert und begleitet Kinder und Jugendliche national und international, wenn sie im Kontext der Hilfeplanung stationär im In- oder
Ausland untergebracht werden und auch dort nicht in eine Regelschule integrierbar sind. Diese Projekte können langfristig oder auf wenige Wochen /
Monate begrenzt sein und dienen dazu, den Kindern und Jugendlichen einen Abstand zu ihrer momentanen Lebenssituation zu ermöglichen.
Während der Zeit der "Schule in der Ferne" werden die Kinder und Jugendlichen in regelmäßigen Abständen von einem Sonderpädagogen der Marienschule
und Sozialpädagogen von Kaspar-Xchange besucht. Die Bereitstellung von Unterrichtsmaterial für die "Schule in der Ferne" findet auch über moderne
Kommunikationswege statt.
Es ist wichtig, den engen Beziehungskontakt zu den Schülern aufrecht zu erhalten, um ihre individuelle Begleitung nach Beendigung der
Maßnahme weiterhin zu ermöglichen.
Die individuelle Förderplanung (§ 15 AO-SF) erfolgt mit allen am Förderprozess beteiligten Pädagogen vor Ort.